Auf den Dächern in Wetzendorf wird die Sonne angezapft. Am Sonntag wurde anlässlich des Weihnachtsmarktes im Karsdorfer Ortsteil eine Photovoltaik- Anlage ihrer Bestimmung übergeben, die jährlich 360 Megawattstunden ins Netz des Energieversorgers Envia-M einspeist. Für die 3 000 Einzelmodule wurden die Süddächer von 14 Mehrgeschossern der Karsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (WBG) genutzt - insgesamt 3 000 Quadratmeter. Der Solarstrom aus Wetzendorf entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 118 Einfamilienhäusern. Die Einspeisung ins öffentliche Netz soll der WBG jährlich 170 000 Euro einbringen, so WBG-Geschäftsführer René Trautwein. Zudem verringert dieser Solarstrom den Kohlendioxid-Ausstoß um 250 Tonnen jährlich. Mit der Photovoltaik-Anlage besitze die Gemeinde Karsdorf die größte Anlage, welche eine Wohnungsgesellschaft in Sachsen-Anhalt betreibt, so Sören Lorenz, Vorstandsvorsitzender der Sangerhäuser SRU-Solar AG. Landrat Harri Reiche beglückwünschte die Gemeinde und die Wohnungsbaugesellschaft zu ihrer Initiative. Schon die Umrüstung des Heizwerkes der WBG auf Anthrazit sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Bürgermeister Olaf Schumann bedankte sich im Namen der Mieter bei den Initiatoren des Projektes. Angesichts der steigenden Preise für Energieträger sei hier ein Weg beschritten worden, um die Betriebskosten der WBG zu senken. Das werde sich auf die Geldbeutel der Mieter positiv auswirken. Geschäftsführer Trautwein erhofft sich durch die Investition, auch eine steigende Attraktivität für den Wohnstandort. Vielleicht animiere das junge Familien aus der Umgebung zum Zuzug. Die Solarstromanlage wurde von der KfW-Bank im Rahmen des Programms für Investitionen in den Umweltschutz gefördert. Von der WBG wurden rund 1,5 Millionen Euro investiert. Angesichts steigender Rohstoffpreise sei die Nutzung regenerativer Energiequellen eine wichtige Investition in die Zukunft, so Trautwein.
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